A Taste Of Chaos Tour, 06.12.09 in Berlin
Warum eigentlich immer Berlin?
Die Perle an der Spree macht einem die Anreise an diesem Sonntag nicht leicht, so das Maylene And The Sons Of Disaster für viele zu früh spielen. Schade, denn der Redneck-Mix aus Southern Rock und Metalcore ist auf alle Fälle ein Ohr und ein Halbes wert. Dallas Taylor (Ex-Underoath) und seine Instrumentalisten sind der bunte Hund auf der Tour, können allerdings unterhalten.
In der Schnittmenge von Metalcore und Punk liegen Every Time I Die. Das Quartett aus Buffalo hat das neue Album “New Junk Aesthetic” im Gepäck und mit dem härteren Sound und Punkeinschlag auf der Platte schalten die Amis auch auf der Bühne wieder einen Gang hoch. Das Publikum ist aufgeschlossen, doch in der Umbaupause wird klar auf wen der Großteil hier wartet.
Heaven Shall Burn sind als einzige deutsche Band auf der Tour der Lokalmatador, und werden auch dementsprechend begrüßt. Die Menge feiert die Thüringer ab, auch wenn das Set bieder daherkommt. Der im Vergleich zu den exotischen Vorgängern traditionelle Metalcore und Melo-Death wirkt trotz solider Performance etwas angestaubt. Sänger Marcus Bischoff kündigt die Rückkehr für’s nächste Jahr an, dann sogar mit neuen Album. Wir dürfen gespannt sein.
Fast eben so viele Fans scheinen für Killswitch Engage in der Columbiahalle versammelt zu sein. Solide wie gewohnt zocken die Amis ihren radiotauglichen Metalcore runter, nichts daran auszusetzen aber auch nichts außergewöhnliches. Klampfer Adam Dutkiewicz spielt wie immer den Wahnsinnigen, was wie immer zwischen leicht unterhaltsam und nervig pendelt. Erstaunlich das Fronter Howard Jones die Faxen noch immer lustig genug findet, um vor lachen zeilenweise Text auszulassen. Wem’s gefällt…
Nach den relativ kurzen Sets der Vorbands ist die Menge frisch als In Flames auf die Bühne stürmen. Man kann den Schweden nachsagen was man will, professioneller und unterhaltender Metal wie hier dargeboten hat Erfolg verdient, trotz aller Sell-Out Kommentare und Genre-Verräter Unken. Fridén und Anhang spielen ein Set voller Hits, mit leichter Neigung zu neuerem Material. Ruhigere Songs wie “Chosen Pessimist” zeigen die Varianz im Repertoire der Band, nehmen jedoch auch Dynamik aus dem Auftritt. Das und der Konserveneinsatz bei den Keyboards und einigen Harmonien sind die einzigen Wermutstropfen in einer durch und durch unterhaltsamen Darbietung.
PS: Coolstes Gimmick der Show? Jemanden zum filmen aus dem Publikum auf die Bühne holen.
(UNBEDINGT DEN TON ABSTELLEN!!!)
Das Video scheint mir ein wenig übersteuert
dem Hinweis “UNBEDINGT TON ABSTELLEN” sollte auf jeden Fall Folge geleistet werden.